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Historie

Buchschlag: grün, grün, grün. Und viel Platz

Buchschlag ist der jüngste der fünf Dreieicher Stadtteile: Der Frankfurter Kaufmann Jakob Latscha (1849 – 1912) kaufte im Jahr 1903 das Land und das alte Försterhaus. Zunächst stellte er das Gelände und die darauf errichtete Schutzhütte der Frankfurter evangelischen Jugend zur Verfügung. 1903 eröffnete der Kaufmann auf einem angrenzenden Geländestück das beliebte Ausflugsziel "Forsthaus Buchschlag". Ein Jahr später gründete Latscha die heute bekannte Villenkolonie Buchschlag.

Bauhistorische Denkmäler mitten im Wald

Der Darmstädter Städteplaner Friedrich Pützer entwarf den Plan für die Villenkolonie. Insgesamt waren 14 Architekten an der Gestaltung Buchschlags beteiligt, darunter Wilhelm Koban, Ludwig Bernoully und Alois Beck. In den ersten drei Jahren betrug der Grundstückspreis 1 Mark pro qm – geplant wurden "vorzugsweise villenartige Ein- und Zweifamilienhäuser mit Garten möglichst nicht unter 1.000 qm". Und so zog es wirtschaftlich gut gestellte Bürger nach Buchschlag: Das erste Einwohnerverzeichnis zählt Kaufleute, kaiserliche Beamte, pensionierte Offiziere, Ingenieure, betuchte Witwen, Künstler, Schriftsteller und Journalisten auf.

"Was ich persönlich an Buchschlag so sehr mag? Die einmalige Mischung aus wunderschöner Architektur, viel Grün und der Großzügigkeit, die man auch in der Buchschlager Gesellschaft und den netten Menschen wiederfindet."

Jürgen Schmitt

Jugendstil und Architektensolitäre

Buchschlag entstand zur Zeit des Jugendstils – und so finden sich an viele Bauten der Villenkolonie dekorative und ornamentale Elemente dieser Epoche. Die Landhäuser wurden durchweg aus Backsteinen auf Sandstein- oder verputzten Backsteinsockeln gebaut. Das heute denkmalgeschützte Ensemble stellt mit seinen Gartenanlagen, die häufig von den Architekten mitgeplant wurden, ein wunderschönes Gesamtkunstwerk dar.

"So blickt man über den Zaun in Gartenlandschaften, geometrisch angelegt als Gartenparterre mit Wasserbassins, abgesenkten Rosenbeeten, Laubengängen und verspielten Pavillons, die das ländlich-gemütliche Ambiente ergänzen. Rankenpflanzen an weißem Spalier, Blumengalerien vor oder rings um die Fenster, binden die Bauten ins Grün ein, Birken beleben die schattigen Gartensitze mit ihren weiß lackierten Möbeln, weiße Einfriedungen allüberall. Damals waren eiserne oder gar Drahtzäune durch Satzung untersagt."

Quelle: „(K)eine Ahnung von Buchschlag”, Hans Georg Bonin

Aber Buchschlag ist nicht in alter Schönheit erstarrt: Zwischen den Jugendstilvillen finden Sie heute hochwertige Architektensolitäre des 20./21. Jahrhunderts, die einen reizvollen Kontrast bilden. Gebaut wurde und wird bis heute auf großzügigen Grundstücken.

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