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Wer das Erbe bewahrt und neue Traditionen feiert

Gründung Verein

„Es ist eine der größten und schönsten Gartenstädte Deutschlands. Wer hier wohnt, hat das halbe Glück gefunden“.

Hans Riebsamen: „Garten Eden mit göttlichen Häusern“, Artikel über Buchschlag im Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 4. Juli 2004

Im Jahr 2004 galt es einen runden Geburtstag zu feiern: Die Villenkolonie Buchschlag wurde 100! Um dies gebührend zu feiern, bildete sich ein Festkomitee rund um die Ehepaare Schmitt und Kaltenbach. Sie motivierten die Buchschlager so erfolgreich mitzumachen, dass aus dem Geburtstag eine ganze Woche wurde. Ende Juni 2004 stemmten alle gemeinsam ein Riesenprogramm. Das Eröffnungskonzert im Garten von Bettina und Jürgen Schmitt und dem Nachbargarten der Familie Uhrig war schon ein voller Erfolg, und dann ging es Schlag auf Schlag: ein Rosenfest mit Opernarien rund um die Rose, mit Rosenkuchen und mit vielen blühenden Rosenstämmchen. Ein Auftritt der Jazz-Legende Emil Mangelsdorff. Ein Tennisspiel in historischen Kostümen im Tennisverein. Eine Binding-Lesung, ein Theaterstück, viele weitere Konzerte und eine sehenswerte Ausstellung über die alten Villen und ihre Geschichte, die ihre aktuellen Bewohner selbst erstellt hatten. Viele hunderte Besucher sorgten für überquellende Gärten und eine überbordende Feststimmung.

Das war die Geburtsstunde eines neuen Gemeinschaftsgefühls. Viele Nachbarn hatten einander erstmals kennengelernt und wollten sich weiterhin gemeinsam für ihren Ort engagieren. Aus diesem Geist heraus gründete sich der Geschichtsverein Buchschlag, der im April 2008 offiziell tätig wurde.

„Die ‚Offenen Gärten Buchschlag‘ haben sich mit mehr als tausend Besuchern zum wohl größten nicht-kommerziellen Gartenfestival in der Region entwickelt. Ich bin immer wieder begeistert, wie groß die Vielfalt unserer Gärten ist und wie viele Buchschlager mitwirken, um für ein abwechslungsreiches und attraktives Programm zu sorgen“.

Kim Bagus, Leiterin „Offene Gärten Buchschlag“

Seitdem baut ein Team von Ehrenamtlichen ein Ortsarchiv auf, in dem Zeitzeugnisse wie Niederschriften, Pläne von Häusern und Gärten, Fotografien und die Werke ansässiger Künstler analog und digital gesammelt und ausgewertet werden. Zudem veranstaltet der Verein Vorträge und Ausstellungen, setzt sich für den Denkmalschutz ein, plant einen Rundweg durch die Villenkolonie und ist verantwortlich für den „Schneckenbrunnen“ und den „Straßheim-Platz“ - den Rosengarten rund um den Brunnen. Ein Vorstandsmitglied organisierte die lange ersehnte Weihnachtsbeleuchtung für den Ortsteil. Alle diese Engagements wurden vorwiegend durch Spenden der Einwohner ermöglicht.

Und der Verein entfacht den Spirit der 100-Jahr-Feier von 2004 jedes Jahr neu: mit den „Offenen Gärten Buchschlag“, die mittlerweile rund tausend Besucher anziehen. An jedem dritten Sonntag im Juni öffnen Privatgärten für ein buntes Programm ohne Kommerz, um den Geist dieses jahrzehntelangen außergewöhnlichen nachbarschaftlichen Engagements in Buchschlag zu erhalten.

„Buchschlag, das wird bei einem sonntäglichen Rundgang deutlich, ist naturgemäß wohlhabend, aber kein Reichengetto, in den man sich hinter hohen Mauern abschottet. Fremde Spaziergänger werden freundlich gegrüßt. Es scheint, als habe sich der gemeinschaftliche Gedanke des Gründers Jakob Latscha bis heute erhalten.“

Christoph Schröder: „Villen für Idealisten“, Artikel über Buchschlag im „Reiseblatt“ der Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 11. Februar 2021

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